… für Leseratten

Katherine Rundell: Ein unvorstellbar unsinniges Abenteuer. Aus dem Englischen von Henning Ahrens, Carlsen Verlag 2020, 272 S., € 15,-, ab 11

Rundell_Katherine_Ein_unvorstellbar_unsinniges_abenteuer_Danteperle_Dante_Connection_Buchhandlung„Satansbraten″ nennt der alte Großvater seine Enkelin Vita liebevoll. Als sie wegen Kinderlähmung jahrelang liegen musste, brachte er ihr zielsicheres Weitwerfen bei. Vita übte ohne Unterlass und erwarb so die kostbare Fähigkeit, nie aufzugeben. Diese Sturheit treibt die Elfjährige auch an, das Anwesen zurückzuholen, das ein berüchtigter Gangster ihrem Großvater abgetrickst hat. Mit einem genialen Plan und der Hilfe dreier neuer Freund*innen, die wie sie das Messerwerfen ihre Leidenschaften (Schlösserknacken, Luftakrobatik und Tiertraining) perfekt beherrschen, versucht sie das unvorstellbar Unsinnige. Die Jagd der Kinder auf den Verbrecher, der u.a. mit Immobilienspekulation sein Unwesen treibt, vor der Kulisse eines historischen New York ist rasant, aberwitzig und superspannend erzählt. Wie nebenbei thematisiert Katherine Rundell dabei aber auch, wie Ausgrenzung gegenüber allen, die nicht der Norm entsprechen, funktioniert, und wie die vier Kinder sich darüber hinwegsetzen!  (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Martin Muser: Kannawoniwasein! Manchmal kriegt man einfach die Krise

Carlsen Verlag 2020, 160 S., € 12,-, ab 10

Muser_Martin_Kannawoniwasein_Manchmal_kriegt_man_einfach_die_Krise_Danteperle_Dante_ConnectionEndlich ist es soweit. Finn hat Besuch von Jola, seiner abenteuerlustigen Freundin aus dem kleinen Dörfchen Vehlefanz. Eine Woche bleibt sie bei ihm in der, wie sie sagt, „Tzitti“. Sie will Berlin unsicher machen, möglichst viel Aufregendes erleben und Finn ist gerne dabei! So helfen sie einer ehemaligen alten Nachbarin, einen verlorenen Schatz wiederzufinden, machen bei einem Filmdreh mit und treffen auf alte Bekannte aus ihren früheren Abenteuern in Brandenburg und Polen. Zum Glück muss Finns Mutter überstürzt auf Dienstreise fahren und sie haben sturmfreie Bude. Doch anstatt somit richtig Party bei ihm Zuhause machen zu können, schließen sie sich aus. Ob es zur Party kommt und was weiter passiert, sei hier nicht verraten.
Auch im dritten Band der „Kannawoniwasein“-Reihe sprüht Martin Muser nur so vor inhaltlichen und sprachlichen Einfällen, spielt er mit Tabus, bettet er seine temporeiche Geschichte in einen Kontext vielfältiger Familien- und Lebensformen ein und nimmt die Gefühle seiner 12-jährigen Protagonist*innen ernst. Und als schönes Schmankerl lässt es sich mit dem Buch bestens durch Kreuzberg flanieren! (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Benjamin Tienti: Unterwegs mit Kaninchen

Illustrationen von Anke Kuhl, Dressler 2019, 208 S., € 13,-, ab 10 

Tienti_Unterwegs_Danteperle_DanteConnectionAm liebsten verkriecht sich Andrea in einem großen Karton in seinem Kinderzimmer. Und zwar mit seinem besten Freund, einem in die Jahre gekommenen Kaninchen namens Maikel. Viel geredet und gemacht wird da zwar nicht, aber Andrea braucht ohnehin viel Zeit für sich und Rückzugsmöglichkeiten. Als sein alleinerziehender Vater eines Tages Fidaa und ihre Mutter in der geräumigen Familienwohnung einquartiert, ist es allerdings erst einmal vorbei mit der Ruhe. Fidaa, die keine Lust hat, sich als hilfsbedürftiges Flüchtlingskind abstempeln zu lassen, die begeistert Taekwando trainiert und überhaupt das Herz an der richtigen Stelle hat, sorgt für frischen Wind im Zusammenleben. Doch als sie Maikel versehentlich verletzt und dieser womöglich eingeschläfert werden soll, reißt Andrea der Geduldsfaden. Er haut ab, gegen seinen Willen jedoch zusammen mit Fidaa. Was die beiden nun erleben, ist ein mächtig abgedrehtes Anhalter-Road-Movie-Abenteuer von Berlin nach Freiburg! Benjamin Tienti beweist großes erzählerisches Können und viel Gespür für die Gefühlswelten der beiden so verschiedenen Kinder. Ein bisschen stolpernd, aber im Grunde ziemlich geradeaus suchen und finden sie allein ihre Wege und werden am Ende doch noch Freunde. (jk)

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