… für Jugendliche

Timothée de Fombelle: Vango

Zwischen Himmel und Erde. Bd. 1.  Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing, Gerstenberg 2011, € 16,95. ab 12 Jahre

Cover Fombelle1934. Vango, 19 Jahre alt, auf einer einsamen Insel und in einem Priesterseminar aufgewachsen, weiß wenig, fast nichts über seine Vergangenheit. Andere dagegen schon und seine Familiengeschichte scheint ein gefährliches Geheimnis zu verbergen, da er verfolgt, um sein Leben gejagt und immer wieder augespürt wird. Ganz hilfreich in solchen Situationen ein geschickter Fassadenkletterer zu sein und vor allem gute Freunde zu haben. In diesem Buch ist “alles” drin: ein verstiegener, fesselnder Abenteuer- Liebes- und Historienroman. Es gibt mutige, eigensinnige Jungs & Mädchen, atemlose Verfolgungsjagden über Meeresklippen und die Dächer von Paris, historisches Wissen und gleich mehrere Liebesgeschichten – kurz: ein echter Schmöker!

Janne Teller: Nichts

Hanser 2010, € 12,90, ab 14, aus dem Dänischen von Sigrid C. Engeler

“Nichts” – was bedeutet “Nichts” und was ist uns wieviel wert und was nichts? Und wenn uns nichts etwas wert ist, welchen Sinn hat das Leben dann noch? Diese existenzialistischen Fragen werden in dem Jugendroman “Nichts” von Janne Teller aufgeworfen. Um ihren Mitschüler davon zu überzeugen, dass seine Parolen, die er verkündet, Unsinn sind, beginnt eine siebte Klasse aus der dänischen Provinz ein seltsames Projekt. Sie häufen einen “Berg aus Bedeutung” an, jeder Einzelne muss dafür opfern, was ihm am meisten bedeutet. So wird einem muslimischen Junge sein Gebetsteppich weggenommen. Einem talentierten Gitarristen wird der Zeigefinger abgehackt. Ein Mädchen muss ihre “Unschuld” opfern. So nimmt der Teufelskreis seinen Lauf. Verstörend, erschreckend, klar und nüchtern erzählt bleibt man als Leser in der Rolle einer Klassenkameradin, die das Geschehene mit der Distanz der Vergangenheit erzählt. Am Ende stellt man sich nicht nur die Frage, wie so etwas passieren kann, die Frage nach der Wertschätzung und dem Sinn dahinter bleibt lange im Kopf und ich habe keine befriedigende Antwort darauf gefunden. Ob uns so etwas auch mal passieren könnte? Jeder sagt nein, wir kennen die Grenzen. Ein Buch, was viele Fragen stellt und keine Antwort gibt und doch gerade deswegen umbedingt zu empfehlen ist! (Rezension von Chantal Hochgräber)

Jenny Valentine: Wer ist Violet Park?

dtv 2009, ab 12, 8,95 €, aus dem Englischen von Klaus Fritz

Violet Park ist eine verstorbene Pianistin, die von dem Ich-Erzähler, dessen Vater verschwunden ist, in einer Urne gefunden wird. Mithilfe von Vaters Freund Bob, seinem vergessenen Opa – also Dads Vater – und einem alten Tonband, findet er heraus, was Violet mit seinem Vater zu tun hat und hatte. Das Buch ist witzig und sehr gut geschrieben.
(Rezension von Emil Jennerich, 12 Jahre)

Will Gatti: Diebe!

Beltz 2011, ab 12, 8,95 € aus dem Englischen von Karsten Singelmann

In der Hitze einer namenlosen Großstadt kämpfen das Mädchen Baz und ihr einziger Freund Demi ums Überleben. Baz und Demi sind die Besten in ihrer Gang, die Meisterdiebe der Straße. Die beiden fühlen sich unbesiegbar, bis Demi einen der gefährlichsten Männer  der Stadt bestiehlt. Plötzlich ist ihr Leben keinen Cent mehr wert. Sie geraten zwischen die Fronten der Schläger des Slums und der korrupten Polizei – und sogar ihrer eigenen Gang können sie nicht mehr trauen. Als Demi angeschossen und verschleppt wird, versucht Baz alles, um ihren Freund zu retten.
Rasant und spannend erzählt, gibt das Buch ganz nebenbei einen informativen Einblick in die Lebensbedingungen der Armen dieser Welt. (sf)

Antje Wagner: Unland

bloomsbury 2010, 9,95 €, ab 12

In dem Roman “Unland” von Antje Wagner geht es um sieben Kinder, die mit ihren beiden Erziehern in einem kleinen Dorf in einem Haus namens “Eulenruh” leben. Das berliner Mädchen Franka, die neu eingezogen ist, kommt in eine ihr unvertraute Dorfwelt und fühlt sich von Anfang an beobachtet. Vielleicht kommt dieses Gefühl von den unheimlichen schwarzen Ruinen Unlands her? Doch als sie mit ihren Mitbewohnern und einer Freundin den merkwürdigen Dingen, die hier vor sich gehen, auf den Grund gehen will, stellen sich die Dinge auf den Kopf.
Jeder, der diesen fantastischen Thriller liest, versinkt in einer sommerlichen Welt, die von schwarzen Ruinen, Vorurteilen und den traurigen Vergangenheiten der Bewohner Eulenruhs getrübt wird. Doch es ist auch eine Welt von Freundschaft und Liebe. Wenn man das Buch liest, steigert man sich so in die Gefühle der einzelnen Personen rein, dass man um sich herum alles vergisst und noch lange über den leicht mysteriösen Roman nachdenkt.
(Rezension von Emil Jennerich, 13 Jahre)

John Green: Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)

dtv 2010, € 8,95, ab 14, aus dem Englischen von Sophie Zeitz

Cover GreenColin scheint ein Problem zu haben: Jeder seiner  Versuche mit einer Katherine zusammen zu sein scheitert. Gerade hat ihn auch noch Katherine Nummer 19 abserviert. Warum klappt es nie mit seinen Katherines? Dank seines Wissens (Colin spricht elf Sprachen, liebt Anagrame und kann das Lexikon zitieren) kann er eine Rechnung aufstellen, an der man den Tag der Trennung ablesen können soll. Doch dann trifft er, auf einer Reise mit seinem Freund Hassan, Lindsey. Ist  seine Rechnung wohl richtig? Ein witziges, fantastisches Buch, das man nicht aus der Hand legen will. (Rezension von Kara Mikus 15 Jahre)

Jenny Valentine: Kaputte Suppe

dtv 2010, 12,90 €, ab 13, aus dem Englischen von Klaus Fritz

Cover ValentineDie Ich-Erzählerin muss sich tagein tagaus um ihre kleine Schwester Stroma kümmern, weil ihre Mom duch ihres Sohnes Tod so in einen Trauerzustand gekommen ist, dass sie sich um nichts mehr kümmern kann. Ihr Vater lebt seit dem Tod ihres Bruders Jack von Mom getrennt. Zu ihrem Glück lernt sie Bee kennen, nachdem ihr ein in einem Krankenwagen lebender Junge ein Negativ in die Hand gedrückt hat. Sie freundet sich mit beiden an. Bee hilft ihr oft mit Stroma, doch am Ende des Buches erfährt sie Bees Geheimnis. Der Roman von Jenny Valentine ist zwar traurig, aber auch schön, weil sich alles zum Guten wendet und die Hauptfigur nicht mehr allein ist.
(Rezension von Emil Jennerich, 12 Jahre)

Nicolas Dickner: Tarmac

Frankfurter Verlagsanstalt 2011, 19,90 € Aus dem Französischen von Andreas Jandl

rakusa coverIn Hopes Familie hat jeder einmal im Leben die Vision des Weltuntergangs. Hopes Mutter erwartet ihn für den Sommer 1989. Sie hortet Unmengen von Essen, spricht im Schlaf Aramäisch und verbarrikadiert sich in der Vorratskammer. Hope findet Zuflucht bei Mickey, bis sie ihr eingenes Datum für den Weltuntergang gefunden hat: in einem Comic-Heft und als Verfallsdatum von japanischen Instant-Nudeln. Und damit gewinnt die wunderbar abgedrehte Geschichte erst so richtig an Fahrt. Ein wunderbar skurriles Lesevergnügen! (sf)

Wolfgang Herrndorf: Tschick

Rowohlt 2010, 16,95 €

Cover Herndorf: tschick

Die Mutter weg zur Entziehungskur, der Vater, ein Immobilienspekulant, mit der Geliebten auf Geschäftsreise. Das sind Maiks Sommerferien im äußersten Osten Berlins – bis Tschick, der Neue in seiner Klasse, mit einem geklauten Lada auftaucht. Die rasante Fahrt der zwei 14-Jährigen durch verlassene Teile Ostdeutschlands ist grandios erzählt. Man streitet sich fast, wer das Buch als nächster lesen darf!!

Mikael Engström: Ihr kriegt mich nicht!

NEU Reihe Hanser Hanser 7,95 € ab 12 Jahre. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer

Cover Mikael Engström: Ihr kriegt mich nicht!Miks Leben in einem Vorort von Stockholm ist alles andere als idyllisch: seine Mutter ist tot, sein Vater trinkt und der große Bruder – der einzige, der ihm etwas familiäre Wärme schenkt – ist auf dem besten Weg zum Kleinkrimminellen. Der 12-jährige Mik versucht nach außen die Fassade einer halbwegs heilen Familie aufrecht zu erhalten, bis das Jugendamt auf ihn aufmerksam wird. Mik läuft davon und schlägt sich zu seiner Tante im Norden von Schweden durch, wo er Geborgenheit und Freunde findet. Als die Sozialarbeiter ihn auch dort abholen wollen, um ihn “wie gesetzlich vorgesehen” in einer Pflegefamilie unterzubringen, muss Mik kämpfen – zum Glück steht das ganze Dorf hinter ihm. Ein realistisches und trotz allem humorvolles, herrvorragend geschriebenes Jugendbuch vom Alltag eines Jungen am Rande der Gesellschaft. (sf)